DOI: 10.21637/GT.2011.3-4.02.


Die Probleme von Basel III für deutsche Volks- und Raiffeisenbanken


BODE, Olaf H.


Das Platzen der Subprime-Blase auf dem US-Immobilienmarkt war der Auftakt der zurückliegenden Finanz- und Wirtschaftskrise. Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht konstatiert, dass die Banken bei Ausbruch der Finanzkrise nicht über ausreichend hartes Eigenkapital verfügten. Die Banken waren daher gezwungen, wärend der Krise – also zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt – ihr hartes Eigenkapital aufzustocken.
Am 12.09.2010 veröffentlichte der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht seine Basel-III-Reformen. Die Robustheit der Banken gegenüber zukünftigen Finanzkrisen soll so gestärkt werden. Diese Reformen umfassen: eine Neudefinition vom harten Kernkapital, die Neuaufteilung des minimalen Eigenkapitalstocks, die Einführung eines Kapitalerhaltungspuffers und eines antizyklischen Kapitalpuffers.
Diese Reformen werden aus der Sicht der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken beleuchtet. Diese kleinen bis mittleren Banken in Kundenbesitz führen die Rechtsform einer eingetragenen Genossenschaft. Sie verfolgen ein risikoarmes und auf nachhaltiges Wirtschaften ausgerichtetes Geschäftsmodell. Dadurch haben sie nicht zum Aufbau der Subprime-Blase beigetragen und keine Genossenschaftsbank bedurfte während der Finanzkrise der staatlichen Unterstützung.
Es stellt sich heraus, dass die Basel-III-Reformen zwar in die richtige Richtung gehen, Genossenschaftsbanken im Wettbewerb aber benachteiligen. Es ist daher zu befürchten, dass es mittelfristig zu offenen oder schleichenden Demutualisierungen kommen wird. Ein wichtiges Alternativmodell und ein wettbewerbliches Korrektiv gegenüber den renditeorientierten Geschäftsmodellen der Privatbanken könnten somit verloren gehen.

SCHLÜSSELWÖRTER: Finanz- und Wirtschaftskrise, Basel-III-Reformen, Bankensektor


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